Berufswahl an der ITW

Andrea Güttinger ist Berufswahlcoach an der itw und beschreibt, was sie mit Berufswahl in Verbindung bringt und wie sie an der itw Schüler*innen in auf ihrem Weg begleitet.

Sich für einen Beruf oder für eine erste mögliche Ausbildung festlegen zu müssen ist keine leichte Entscheidung. Insbesondere als Jugendliche/r im Alter von 13 bis 15Jahren. Und wenn man sich entschieden hat, woher kommt dann die Gewissheit, dass es die richtige Entscheidung ist? Was, wenn die Ausbildung begonnen hat und man merkt, dass man einfach am falschen Platz ist? Oder was ist zu machen, wenn noch gar nicht klar ist, welche Ausbildung in Frage kommen könnte? Viele Fragen, welche sich schon vor Beginn einer Ausbildung ansammeln.

Ich habe mich dazu entschieden, Schülerinnen und Schüler dabei zu begleiten und mit ihnen zusammen den bestmöglichen Weg zu finden. Ich habe mich mit 15 Jahren für einen Beruf entschieden, welcher nicht zu mir passte. Es war eine Notlösung, da es für meinen Wunschberuf keine Lehrstellenangebote mehr gab. In der Schule mitzukommen war nicht immer einfach, jedoch hat es der Lehrbetrieb wieder wettgemacht, und ich hatte eine gute Lehrzeit. Genau diese Zeit empfinde ich als sehr wichtig. Nicht nur, weil es der erste Schritt ins Berufsleben ist, sondern auch, weil man sich in den drei bis vier Jahren persönlich weiterentwickelt.

Jeweils im Sommer ist es so weit, und ich lerne neue Schülerinnen und Schüler kennen. Während den ersten Gesprächen versuche ich zusammen mit der Schülerin oder dem Schüler persönliche Eigenschaften festzuhalten, über Hobbies zu sprechen, aber auch Stärken und Schwächen aufzudecken. Genau diese Punkte können schon viel darüber aussagen, was in Zukunft in Frage kommen könnte. Etwas zu erlernen, was man auch gerne in der Freizeit macht oder wo die eigenen Stärken eine Rolle spielen, macht vieles einfacher. Ein weiterer und für mich persönlich der allerwichtigste Schritt ist das Schnuppern. Einige Tage in einem Betrieb mitwirken zu dürfen, Lernenden Fragen zu stellen und auch die Atmosphäre zu spüren. Sich in allen Berufen, für welche man sich interessiert, ein Bild zu machen ist nicht nur entscheidend für ein gelungenes Bewerbungsdossier, sondern auch sich dabei sicher zu sein, dass man sich für die richtige Ausbildung und für den richtigen Betrieb entschieden hat. Aber keine Eile... Wer sich in der 3. Sekundarschule einfach noch nicht festlegen kann, hat heute verschiedene Möglichkeiten andere Wege einzuschlagen.

Auf meinem Berufsweg durfte ich schon einige Schülerinnen und Schüler begleiten. Es macht Spass, zusammen herauszufinden, was passen könnte und der richtigen Anschlusslösung näher zu kommen. Einen Teil dazu beitragen zu können, empfinde ich als sehr wertvoll und bereitet mir Freude.



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